HILFE IM EIGENEN LAND - Katastrophenhilfe Österreich

  -  Aktuelles   -  Wir gratulieren unserer Präsidentin Sissi Pröll zum 10. Jubiläum in ihrer Funktion‼️

Am 14. Mai 2011 wurde Sissi Pröll im Rahmen einer Gerneralversammlung auf Schloss Schallaburg zur ersten Präsidentin des Vereins HILFE IM EIGENEN LAND (zum damaligen Zeitpunkt noch „Katastrophenhilfe österreichischer Frauen“) gewählt.

Wir möchten Ihnen und uns ein paar Momente der letzten zehn Jahre in Erinnerung rufen und baten Sissi Pröll anlässlich ihres Jubiläums zum Interview.

 

Was hat sich seit ihrer Präsidentschaft im Verein verändert?

Wir haben versucht, den Verein behutsam zu erneuern und auf neue Beine zu stellen. So kamen Medienarbeit und viele Veranstaltungen hinzu und wir suchten erstmals nach Großspendern. Auch das Bür haben wir renoviert.

Wie hat sich der karitative Bereich seither verändert?

1965 hat der Verein anlässlich des Hochwassers als Katastrophenhilfe österreichischer Frauen begonnen. Es war eine Zeit, in der die öffentliche Hand noch nicht unterstützt hat und es wenige Vereine gab. Es war jedoch großer Bedarf vorhanden. Heute gibt es diverse öffentliche Unterstützungen und der Verein hat sich auf persönliche Schicksalsschläge fokussiert. Besonders wichtig ist es uns dabei, nachhaltig zu helfen.

Wie hat sich das letzte Corona-Jahr auf den Verein ausgewirkt?

Wir sehen einen Spendenrückgang bedingt durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Jedoch blieben uns unsere treuen Spender wohlgesonnen. Sie sind besonders in Härtefällen da und sehen die Notwendigkeit, gerade dann zu helfen. Auch bekamen wir Zuwendung vom Bund sowie der ÖeNB.

Wie bringen Sie in einer Krisenzeit Firmen und Leute dazu, nach wie vor für den Verein zu spenden?

In Krisenzeiten ist es noch wichtiger aufzuklären, wofür genau das Spendengeld benötigt und verwendet wird. Der Nachteil einer Krisenzeit ist, dass kaum neue Spender hinzukommen und man in Ermangelung von Benefizevents nicht an der Steigerung des Bekanntheitsgrades arbeiten kann.

Welcher Fall, bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?

Hier erinnere ich mich vor allem an einen meiner ersten Notfälle, wo ein Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und seine Frau mit drei kleinen Kindern und einem Hausneubau hinterlassen hat. Hier konnten wir der Witwe und den Halbwaisen nachhaltig helfen. Auch ein tragischer Fall war, wo die Mutter am Weg zum Kinderarzt einen tödlichen Autounfall erlitt. Besonders bewegen mich die Notfälle, wo Kinder zurückbleiben. Genau darum vermitteln wir auch unsere Patenschaften.

Was wünschen Sie sich für die nächsten zehn Jahre? Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Ich wünsche mir, dass mir meine Kräfte erhalten bleiben, um weiter helfen zu können. Man selbst bekommt soviel zurück, wenn man gibt. Es ist ein Privileg, helfen zu können und zu dürfen. Ich möchte es abschließend mit den Worten von Bertha von Suttner halten:

„Nach „lieben“ ist „helfen“ das schönste Zeitwort der Welt.“